E-Bikes erobern die Straßen und sind jetzt auch für den Offroad-Einsatz ausgerüstet. Doch auch hier sind einige Regeln zu beachten.

„Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“, so soll Adam Opel, Gründer der Opel-Werke, über Kraftfahrzeuge geurteilt haben. Denn er liebte nicht Autos, sondern Fahrräder. 1886 entwickelte er das als „Knochenrüttler“ verschriene Gefährt weiter und gehörte schon bald zu den weltweit größten Produzenten. Seine Erkenntnis: „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“

Und das gilt auch heute noch. Denn aktives Erleben von Land und Leuten ist dabei genauso ausschlaggebend wie der Wunsch, sich im Urlaub sportlich zu betätigen. Das Zweirad verbindet beides. Dabei sind die Trends unterschiedlicher denn je: Egal ob Räder, die mittels Speziallack im Dunkeln leuchten, ‚Fat-Bikes‘, dessen breite Reifen jetzt auch Mountainbikes oder Rennräder zieren oder Helme, die man zusammenschieben und in der Tasche aufbewahren kann. Doch eines bleibt seit einigen Jahren ganz weit vorn: Das E-Bike. Denn schon längst haben Zweiräder mit eingebautem Rückenwind ihr Image als Seniorenrad verloren. Nicht nur im Urlaub und auf Ausflügen, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit, zum Sport oder zum Einkaufen dienen E-Bikes oder Pedelecs als nützliches Fortbewegungsmittel.

Große Unterschiede in Antrieb und Wirkung

E-Bike, Pedelec, schnelles Pedelec – wer sich ein Fahrrad mit elektrischer Trethilfe zulegen möchte, sollte die Unterschiede kennen und wissen, welche Regeln für welches Rad gelten. Das Wort Pedelec leitet sich ab von Pedal Electric Cycle und bezeichnet Zweiräder mit Motorenleistung von bis zu 250 Watt und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Der Motor unterstützt nur, der Radler muss immer auch selbst in die Pedale treten. Das Pedelec gilt laut Fahrerlaubnisverordnung als Fahrrad. Das heißt, es ist zulassungsfrei, der Fahrer benötigt weder ein Versicherungskennzeichen noch einen Führerschein. Auch ein Helm ist nicht vorgeschrieben, wenngleich empfehlenswert. Seit dem 21. Juni 2013 gilt Gleiches auch für Pedelecs mit Anfahrhilfe: Auch dann, wenn das Rad bis zu 6 km/h nur mit Motorleistung und ohne Treten fahren kann, ist der Besitz eines Mofa-Führerscheins nicht notwendig.

Wichtige Unterschiede bei der Versicherung

Wenn Pedelec-Fahrer bei einem Unfall einem Dritten einen Schaden zufügen, springt meist die Privathaftpflicht ein. Allerdings sollten Radler besser ihre Police daraufhin prüfen. Das oft mehrere tausend Euro teure Gefährt kann über die Hausratpolice gegen Diebstahl versichert sein. Deshalb sollten Radbesitzer prüfen, ob die Hausratversicherung einen Fahrraddiebstahl unbegrenzt rund um die Uhr (nicht unter Ausschluss der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr) absichert.

E-Bikes und schnelle Pedelecs, deren Motorleistung bei 500 oder sogar 1000 Watt liegt und die bis zu 45 km/h fahren können, benötigen ein Versicherungskennzeichen – sie sind zulassungspflichtig. Wie bei allen anderen Kleinkrafträdern ist jedes Jahr zum 1. März ein neues Kennzeichen fällig. Die Farben des Kennzeichens wechseln jährlich zwischen rot, blau und grün. 2019 werden grüne Kennzeichen vergeben. Dieses bekommt der Halter von seiner Kfz- Versicherung. Die Kfz-Haftpflicht ist zwingend notwendig, weil die Unfallgefahr mit E-Bikes und schnellen Pedelecs deutlich erhöht ist. Zudem braucht der Fahrer mindestens einen Führerschein Klasse AM, muss einen Helm tragen und darf nur die Straße benutzen, nicht den Radweg. Bei Diebstahl springt die Teilkaskoversicherung ein, die zwar sinnvoll, doch im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht nicht zwingend notwendig ist.

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