Lesezeit: 4-5 Minuten

Du hast bestimmt schon einmal gehört, dass Menschen von ihrem „Cholesterinwert“ oder „Cholesterinspiegel“ sprechen. Oder dass es heißt, wir sollten wegen des Cholesterins bestimmte Dinge nicht essen. Aber weißt du auch, was es damit genau auf sich hat? In diesem Artikel findest du die wichtigsten Informationen zum Thema. Denn die Sache mit dem Cholesterin betrifft uns alle.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist grundsätzlich nichts Schlechtes, sondern ein lebenswichtiges Fettmolekül. Etwa drei Viertel davon werden im Körper selbst hergestellt, vor allem in der Leber. Der restliche Teil wird durch Nahrungsmittel zugeführt. Unser Körper verwendet dieses Cholesterin zum Beispiel als wichtigen Baustein für Zellwände, für Stoffwechselvorgänge im Gehirn oder um in den Drüsen Hormone zu produzieren. Dazu transportiert unser Körper das Cholesterin über die Blutbahn an die entsprechenden Stellen in unserem Körper.

Für diesen Transport nutzt der Körper eine Art Transportsystem, an das das Cholesterin im Blut gebunden wird. Dabei handelt es sich um die sogenannten Low-Density- Lipoproteine (LDL) und High-Density-Lipoproteine (HDL). Das LDL-Cholesterin transportiert dabei die Cholesterine von der Leber durch die Blutbahn in den Körper. Das HDL-Cholesterin transportiert die Cholesterine aus dem Körper durch die Blutbahn wieder zurück in die Leber.

Wie beeinflussen LDL- und HDL-Cholesterine unsere Gesundheit?

Die Medizin hat festgestellt, dass Menschen mit einer höheren Konzentration an LDL-Cholesterin in Blut statistisch gesehen häufiger mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen. Denn LDL-Cholesterine enthalten einen höheren Anteil der fettähnlichen Lipide als HDL-Cholesterine. Diese größere Lipid-Konzentration im LDL-Cholesterin erhöht über Entzündungen an den Gefäßwänden das Risiko einer Verkalkung der Arterien. Mediziner sprechen dann von der Gefahr einer Arteriosklerose. Ist hingegen die Konzentration an HDL-Cholesterin, das für den Transport des Cholesterins zurück zur Leber verantwortlich ist, im Blut höher, so sinkt das statistische Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Vereinfacht gesagt, sollte also der LDL-Cholesterinwert im Blut möglichst niedrig sein und der HDL-Cholesterinwert möglichst hoch. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Konzentration der LDL- und HDL-Cholesterine im Blut keine direkte Auswirkung auf deine Gesundheit haben. Dir geht es also akut nicht besser oder schlechter, weil du mehr oder weniger LDL- oder HDL-Cholesterine im Blut hast.

Welche Ursachen haben zu hohe Cholesterinwerte?  

Die Medizin hat zwei Quellen für einen erhöhten Cholesterinspiegel ausgemacht. Erstens kann eine genetische Veranlagung dazu führen, dass der Organismus von manchen Menschen nicht genügend Rezeptoren bildet, um das LDL-Cholesterin zu binden. Diese Rezeptoren filtern normalerweise das Blut in der Leber und regulieren so die Höhe des Cholesterinspiegels.

Zweitens kann ein zu hoher Cholesterinspiegel auf externe Ursachen zurückgeführt werden. Dazu zählt in erster Linie eine falsche Ernährung, durch die dem Körper zu viele ungesunde Fette zu geführt werden. Als weitere externe Ursachen für einen zu hohen Cholesterinspiegel kommen organische Erkrankungen der Schilddrüse oder der Leber sowie Nebenwirkungen von Medikamenten in Frage. Bei Frauen kann der Cholesterinwert zusätzlich durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre beeinflusst werden.

Welche Cholesterinwerte gibt es und wie hoch sollten sie sein?

Die Cholesterinwerte geben an, wie hoch die Konzentration des gesamten Cholesterins sowie der LDL-Cholesterine und HDL-Cholesterine in unserem Blut sind. Diese Werte werden nach der Blutentnahme durch einen Test ermittelt und in Milligramm pro Deziliter (mgdl) angegeben. Zur besseren Orientierung gibt es in der Medizin Richtwerte, die deinem Arzt einen Hinweis geben, ob du einen zu hohen oder niedrigen Cholesterinwert haben könntest. Dabei gelten folgende Angaben:

  • Das Gesamtcholesterin, das ist der sogenannte Cholesterinspiegel, sollte unter 200 mgdl liegen.
  • Für das LDL-Cholesterin gilt bei gesunden Menschen ein Wert bis maximal 160 mgdl als normal.
  • Liegt das HDL-Cholesterin unter 40 mgdl spricht die Medizin von einem erhöhtem Herz-Kreislaufrisiko.

Als grundsätzliche Faustregel gilt also, dass der gesamte Cholesterinwert möglichst niedrig sein sollte.

Wie aussagekräftig sind die Cholesterinwerte?

Die Cholesterinwerte allein geben keine letztgültige Aussagekraft über deinen Gesundheitszustand. Die Medizin weiß aus jahrelanger Forschung, dass viele weitere Faktoren das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung beeinflussen. Dabei haben Forscher einige Risikofaktoren gefunden, die mit den Cholesterinwerten zusammen betrachtet werden müssen. Dazu zählen:

  • Unsere Gene: manche Menschen haben aus familiären Gründen ein erhöhtes Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko.
  • Unser Alter: im Lauf unseres Lebens baut unser Kreislaufsystem ab.
  • Das Geschlecht: Frauen haben ein geringeres Risiko als Männer.
  • Die Neigung zu Bluthochdruck.
  • Unsere Lebensgewohnheiten: Wenn du rauchst oder aufgrund einer falschen Ernährung und zu wenig Bewegung übergewichtig bist, erhöht sich das Risiko.
  • Menschen, die an Typ-2-Diabetes leiden.

Was heißt das? Zum einen gelten für Menschen, auf die bestimmte dieser Risikofaktoren einzeln oder kombiniert zutreffen, gesonderte Richtwerte für die maximale und minimale Cholesterinkonzentration im Blut. Zum andern kann ein leicht erhöhter Cholesterinwert weniger bedenklich sein, wenn dafür keine der anderen Risikofaktoren zutreffen.

Das bedeutet unterm Strich, dass du für die Einordnung deiner Cholesterinwerte immer mit einem Arzt sprechen musst, der mit dir dazu eine ganzheitliche Risikobetrachtung durchführen wird.

Wie kann ich meine Cholesterinwerte positiv beeinflussen?

Grundsätzlich geht es beim Cholesterin nicht darum einen bestimmten Wert zu erreichen. Vielmehr kann ein erhöhter Cholesterinwert ein Zeichen dafür sein, dass du ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hast. Deshalb geht es auch beim Cholesterin in erster Linie darum, einem möglichst gesunden Lebensstil zu folgen. Dazu gehört zum Beispiel: viel Bewegung, nicht rauchen, Übergewicht vermeiden und eine gesunde Ernährung.

Menschen mit einer diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankung können im Rahmen ihrer Therapie von ihrem Arzt darüber hinaus Medikamente verschrieben bekommen, die sich in gewünschter Weise auf die Cholesterinwerte auswirken.

Worauf kann ich bei der Ernährung achten?

Wer einen erhöhten Cholesterinspiegel hat, hat sehr gute Chancen, mit der richtigen Ernährung gegenzusteuern. So haben verschiedene Studien herausgefunden, dass wir den Cholesterinspielgel senken können, wenn wir möglichst wenig gesättigten Fettsäuren zu uns nehmen. Diese gesättigten Fettsäuren sind zum Beispiel in Fleisch, Wurst und stark fetthaltigen Milchprodukte wie Butter enthalten. Als Cholesterinsenker gelten bei der Ernährung hingegen ungesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel in Fisch und einigen pflanzlichen Fetten wie Olivenöl enthalten sind.

Zusammenfassung:

Cholesterin ist ein lebenswichtiges Fettmolekül, das unser Körper selbst produziert. Erhöhte Cholesterinwerte können jedoch auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten. Dagegen hilft am besten ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und einem weitgehenden Verzicht auf Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren.  

So bekommst du deinen Blutdruck in den Griff: Gesundheitsprogramm für Vollversicherte.

Alle Journal-Artikel