Das Gesetz sieht für Auszubildende einen besonderen Kündigungsschutz vor. Dieser greift aber erst, wenn die Probezeit beendet wurde. In manchen Fällen kann der Arbeitgeber einen Auszubildenden auch nach der Probezeit kündigen.

Hoher Kündigungsschutz nach der Probezeit

Während der Probezeit darf der Arbeitgeber den Auszubildenden jederzeit kündigen. Er muss dabei auch keine Frist einhalten. Dieser Sachverhalt wird durch den Paragraphen 22 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) geregelt. Wenn die Probezeit jedoch überstanden ist, so kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nur aus einem wichtigen Grund kündigen, welcher eine fristlose Kündigung auch rechtfertigt. Wenn ein solcher Grund aber nicht vorliegt, dann ist eine Kündigung wegen des besonderen Kündigungsschutzes auch nicht möglich. Dieses Gesetzt liegt aber nur für den Arbeitgeber vor. Wenn der Azubi das Arbeitsverhältnis eigenständig beenden möchte, so kann er sich auf den Paragraphen 22 BBiG beziehen und die Ausbildungsstelle unter Einhalten der Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen.

Fristlose Kündigung in der Ausbildung: Wann sie möglich ist

Auch wenn der Auszubildende nach der Probezeit einen besonderen Kündigungsschutz genießt, so kann der Arbeitgeber jederzeit und natürlich unter besonderen Voraussetzungen eine Kündigung aussprechen.

Beispielsweise kann dies passieren, wenn der Auszubildende etwas aus dem Betrieb stehlt oder unentschuldigt fehlt. Auch rassistische Beleidigungen oder Behauptungen mit strafbaren Inhalt oder öffentlichen Beleidigungen auf Facebook können eine Kündigung verursachen.

Eine Verdachtskündigung in der Ausbildung kann ebenfalls berechtigt sein. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) so entschieden (AZ 6 AZR 845/13). In diesem Fall wurde ein Auszubildender einer Bank fristlos gekündigt, weil der Arbeitgeber den Verdacht hatte, dass diese Person Geld unterschlagen habe. Als es zu einer Anhörung kam, hat der Azubi ein Täterwissen offenbart. Das BAG erklärte die Kündigung für rechtens.

Kündigung in der Ausbildung: Regeln für den Arbeitgeber

Bei einem Fehlverhalten, welches nicht so schwerwiegend ist, kann es sein, dass eine sofortige Kündigung während der Ausbildung nicht gerechtfertigt ist und eine Abmahnung dafür erforderlich wird. Sofern der Betrieb sich aber dazu entschließt die Person zu kündigen, so muss zunächst der Betriebsrat angehört werden. Die Kündigung muss, sofern sie ausgesprochen wird, gemäß BBiG schriftlich und unter Angabe des Kündigungsgrundes erfolgen. Sofern der Auszubildende minderjährig ist, muss die Kündigung gegenüber den Eltern oder gesetzlichen Vertretern erklärt werden.