Das Gesetz sieht für Auszubildende einen besonderen Kündigungsschutz vor. Dieser greift aber erst, wenn die Probezeit beendet wurde. In manchen Fällen kann der Arbeitgeber einen Auszubildenden auch nach der Probezeit kündigen.

Kündigungsschutz ist vor allem nach der Probezeit streng

Während der Probezeit gilt: Der Arbeitgeber darf den Auszubildenden jederzeit kündigen, ohne spezielle Fristeinhaltung. Dieser Sachverhalt wird durch den Paragrafen 22 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) geregelt. Wenn die Probezeit jedoch überstanden ist, so kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nur aus einem wichtigen Grund kündigen, welcher eine fristlose Kündigung auch rechtfertigt.

Sofern ein solcher Grund aber nicht vorliegt, dann ist eine Kündigung wegen des besonderen Kündigungsschutzes auch nicht möglich. Wenn der Azubi das Arbeitsverhältnis eigenständig beenden möchte, so kann er sich auf den Paragrafen 22 BBiG beziehen und die Ausbildungsstelle unter Einhalten der Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen.

Nach der Probezeit: Fristlose Kündigung manchmal möglich

Auch wenn der Auszubildende nach der Probezeit einen besonderen Kündigungsschutz genießt, so kann der Arbeitgeber jederzeit und natürlich unter besonderen Voraussetzungen eine Kündigung aussprechen.

Beispielsweise kann dies passieren, wenn der Auszubildende etwas aus dem Betrieb stiehlt oder unentschuldigt fehlt. Auch rassistische Beleidigungen oder Behauptungen mit strafbaren Inhalt oder öffentliche Beleidigungen auf Facebook können eine Kündigung verursachen.

Der Arbeitgeber muss Regeln beachten

Bei einem Fehlverhalten, welches nicht so schwerwiegend ist, kann es sein, dass eine sofortige Kündigung während der Ausbildung nicht gerechtfertigt ist und eine Abmahnung dafür erforderlich wird. Sofern der Betrieb sich aber dazu entschließt die Person zu kündigen, so muss zunächst der Betriebsrat angehört werden. Die Kündigung muss, sofern sie ausgesprochen wird, gemäß BBiG schriftlich und unter Angabe des Kündigungsgrundes erfolgen. Sofern der Auszubildende minderjährig ist, muss die Kündigung gegenüber den Eltern oder gesetzlichen Vertretern erklärt werden.