Normalerweise geht man davon aus, dass Burnout-Patienten krankgeschrieben werden müssen. Doch so einfach ist das nicht, denn nach der Weltgesundheitsorganisation ist das Burnout keine eigenständige bzw. anerkannte Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet das Burnout viel mehr als ein grundlegendes Problem mit der gegenwärtigen Lebensführung oder als einen Krankheitszustand. Da es sich beim Burnout um eine seelische Erkrankung handelt, ist es ein bisschen kompliziert eine Krankmeldung zu bekommen. 

Wenn man sie dann bekommt, dann wird die Heilung ja auch nicht innerhalb von ein paar Tagen erfolgt sein. Für die ersten Krankmeldungen eines Burnouts ist der Hausarzt die richtige Ansprechperson, allerdings tun sich Hausärzte immer schwieriger damit über einen längeren Zeitraum die Arbeitsunfähigkeit zu attestieren.

Denn bei einem Burnout gibt es kaum körperliche Symptome, welche eine Krankschreibung erfordern. Daher ist es kein Wunder, dass Allgemeinmediziner die Patienten an einen Psychiater verweisen. Grundsätzlich dürfen Fachärzte eine Person krankschreiben, Psychotherapeuten hingegen nicht. 

Warum man krank ist geht niemanden etwas an

Sofern eine Krankschreibung wegen Burnout in der Firma eingereicht wird, sorgen sich viele Patienten nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um ihren Job. Die betroffene Person wird im Normalfall für längere Zeit abwesend sein. 

Weiterhin sind viele Menschen sich unsicher, welche Informationspflicht sie gegenüber ihrem Arbeitgeber wirklich haben. Sie haben zudem Angst, dass sie ihren Job verlieren könnten.

Zunächst müssen Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet den wahren Grund für Ihre Erkrankung Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen. Wenn die Erkrankung aber eine betriebliche Bedeutung hat, dann sollten Sie den genauen Grund der Erkrankung auch angeben.

Weiterhin müssen Sie keine Angst haben wegen eines Burnouts Ihren Job zu verlieren. Arbeitnehmer dürfen bis zu sechs Wochen im Jahr krank sein, ohne dass eine Kündigung droht.

Wie geht es nach der Krankschreibung weiter

Gemäß dem deutschen Arbeitsrecht sind Langzeiterkrankte für anderthalb Jahre über die Lohnfortzahlung und Krankengeld versorgt. Die ersten sechs Wochen, nachdem sich der Arbeitnehmer krankgemeldet hat, muss der Arbeitgeber für die Sozialversicherungsbeiträge aufkommen.

Anschließend springt die Krankenkasse ein. Dazu sollte man es aber nicht kommen lassen. Die Folge wäre, dass das Vertrauensverhältnis gestört wird und der Jobverlust droht. Und seitens des Arbeitgebers kann es auch zu Ansprüchen auf Schadensersatz kommen, sofern ein Betrug durch eine falsche Krankschreibung vorliegt.

Vielmehr sollte die Zeit genutzt werden, um die Krankheit zu heilen und die Situation richtig anzugehen.

Extra: Arbeitsschutzrechtliche Maßnahmen

Die Zahl der seelischen Erkrankungen hat aufgrund der steigenden Arbeitsbelastungen zugenommen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die § 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes erneuert. Die Neuerungen implizieren, dass nun auch die psychischen Belastungen mit in die arbeitsschutzrechtlichen Maßnahmen aufgenommen werden.

Die psychischen Belastungen findet man in Punkt 3.6 im § 5. Dort findet man auch Informationen zur Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten.