Yoga wird in Indien schon seit Jahrtausenden als Weg gelehrt, um Körper und Geist für die spirituelle Reise zu ertüchtigen. Das Wort bedeutet im Sanskrit so viel wie Harmonie, Vereinigung und Einheit. Mit der Zeit entdeckte man neben dem spirituellen Aspekt allerdings auch die gesundheitlichen Vorteile der Übungen. Seit den 1990er-Jahren liegt Yoga in Deutschland ebenfalls immer mehr im Trend, wobei es das Ziel ist, Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen. In den vergangenen Jahren gab es einen regelrechten Yoga-Boom.

Wenn Sie anfangen wollen, Yoga zu praktizieren, brauchen Sie zunächst nicht mehr als eine gute Schule mit einem qualifizierten Yoga-Lehrer, eine geeignete Yoga-Matte und feste Zeiten zum Üben. Zudem sollten Sie sich für eine passende Form von Yoga entscheiden. Dabei ist für den Neuling schwierig, aus der Fülle von Angeboten das Geeignete herauszusuchen: Es existieren eine Vielzahl von Youtube-Videos, Yogastudios, Websites und Bücher, die ganz verschiedene Yoga-Richtungen zum Thema haben.

Dabei sollte man sich zunächst überlegen, was man persönlich mit Yoga erreichen möchte: Ist Entspannung wichtig, möchte man gesundheitlichen Problemen wie Rückenschmerzen begegnen oder geht es um allgemeine Fitness? Spielen spiritituelle Aspekte eine Rolle? Dies sollte man sich klar machen, um dann den richtigen Yoga-Stil und das passende Studio auszuwählen.

Angesagte Richtungen des Yoga

Es gibt sehr viele Formen von Yoga, wobei sich im Laufe der Zeit immer mehr selbstständige Richtungen herauskristallisiert haben. Im Westen wurde dabei lange vor allem das Hatha-Yoga praktiziert, das eine sehr körperbetonte Richtung in Verbindung mit gezielten Atemübungen darstellt. Im Zuge der New Age-Bewegung in den 1960er-Jahren wurde das Hatha-Yoga mit westlich-esoterischen Elementen kombiniert. Seit den 1990er-Jahren schätzt man in der westlichen Hemisphäre Yoga hingegen zunehmend unter den Aspekten Fitness und innere Ausgeglichenheit. Mittlerweile liegen in Deutschland Yin Yoga und Yoga Vidya sehr im Trend, wobei es sich um neuere Ausprägungen handelt. Hatha Yoga ist aber immer noch sehr beliebt.

Yin Yoga ist eine sehr sanfte Form des Yoga und legt den Fokus beinahe gänzlich auf Entspannung. Für Menschen, die den Alltagsstress loslassen und einfach entspannen wollen, ist dies ein interessanter Yoga-Stil. Es werden dabei Hilfsmittel eingesetzt, um die Übungen möglichst lange zu halten und den gewünschten Entspannungseffekt zu erzielen. Yoga Vidya hingegen beinhaltet feste Übungsserien, sogenannte Rishikesh-Reihen, die zusammen mit Atemübungen den Körper kräftigen sollen. Aber auch der spirituelle Aspekt spielt hierbei eine große Rolle. Yoga Vidya steht stark in der hinduistischen Tradition. Oft sind Mantras, der „persönliche spirituelle Weg“, die Lehre von Karma und Reinkarnation usw. ebenfalls Bestandteil der Kurse. Insofern hat Yoga Vidya Ähnlichkeiten mit dem traditionellen Kundalini-Yoga, wobei die Lebensenergie geweckt werden soll.

Wer mehr Wert auf Fitness als auf den spirituellen Aspekt legt, für den kommen Richtungen des Fitnessyoga in Frage, wie zum Beispiel das Power-Yoga. Hierbei handelt es sich um eine stark verwestlichte Variante, wobei es vorrangig um Kondition, Muskelkraft und Flexibilität geht. Entspannungstechniken werden allerdings auch vermittelt. Weitere Varianten sind zum Beispiel das Hot Yoga, das in einem 40 Grad heißen Raum unterrichtet wird, um die Entgiftung des Körpers zu unterstützen. Hot Yoga ist vor allem in den USA sehr beliebt. Andere kombinieren Yoga-Übungen mit Tanz-Elementen, woraus das Yoga Dance entstanden ist. Wer sich für Varianten wie das Power-Yoga entscheidet, sollte wissen, dass dieser Yoga-Stil sehr anspruchsvoll und herausfordernd ist und vor allem für diejenigen einen geeigneten Einstig darstellt, die schon eine grundlegende Fitness mitbringen.

Tipps für Anfänger

Am Anfang sollten Sie darauf achten, sich für eine gute Schule zu entscheiden sowie für einen Yoga-Lehrer, der Ihnen nicht nur sympathisch ist, sondern auch die notwendigen Qualifikationen aufweist. Die meisten Yoga-Lehrer haben in Deutschland eine Qualifikation gemäß der Yoga Alliance, dem Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen oder dem Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland. Unter Umständen lohnt es sich, verschiedene Kurse und Yogastudios auszuprobieren.

Erwerben Sie außerdem eine qualitativ hochwertige Yogamatte, die rutschfest und hautfreundlich ist. Diesbezüglich gibt es inzwischen eine riesige Auswahl. Man sollte hingegen nicht einfach auf einem Handtuch trainieren. Einer der Vorteile von Yoga ist, dass Sie aber keine besondere Ausstattung benötigen und die Übungen flexibel in Ihren persönlichen Zeitplan einbauen können. Achten Sie allerdings darauf, unbedingt barfuß zu trainieren, um bei den Übungen nicht abzurutschen.

Wenn Sie einmal pro Woche in die Yogaschule gehen, sollten Sie zusätzlich mindestens einen Block von 60 bis 90 Minuten wöchentlich reservieren, um zu Hause zu üben. Zwischen den einzelnen Übungsblöcken sollten mindestens zwei bis drei Tage Abstand für die Regeneration des Körpers liegen. Dabei ist es günstig, mäßig, aber dafür regelmäßig zu üben. Voller Euphorie zu beginnen,um dann bald die Lust zu verlieren, bringt kaum Effekte. Yoga birgt vor allem durch anhaltendes Üben über einen längeren Zeitraum Vorteile für die Gesundheit.

Beliebte Übungen für Anfänger sind zum Beispiel der Sonnengruß, das Dreieck, der Krieger, der Baum, die Kobra und der Hund. Viele Yoga-Übungen sind dabei Beobachtungen aus der Natur entlehnt. Einsteiger sollten möglichst einfach Übungen wählen. Üben Sie außerdem zunächst nur unter Anleitung, damit mögliche Fehlstellungen rechtzeitig korrigiert werden können. Übungen, die nicht korrekt oder mit übertriebenem sportlichen Ehrgeiz ausgeführt werden, können zu Verletzungen führen.

Erfahrene Yoga-Lehrer empfehlen Neulingen zudem, zunächst von anspruchsvollen Übungen wie dem Kopfstand, dem Fisch, dem Pflug oder dem Schulterstand Abstand zu nehmen, weil für untrainierte Personen ein großes Risiko besteht, dass es zu Verletzungen kommt. Aus diesem Grunde ist es auch nicht ratsam, mit Hilfe von Youtube-Videos zu üben. Die Personen, die in den Videos Übungen zeigen, sind in der Regel sehr trainiert und wollen oft demonstrieren, was sie können. Anfänger sollten solche Präsentationen deswegen nicht einfach nachmachen.

Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Yoga auf die körperliche und psychische Gesundheit positiv einwirkt. Nachgewiesen wurde vor allem ein günstiger Effekt auf Krankheitsbilder und Beschwerden wie Schlafstörungen, Angst, Depression, Kopfschmerzen, Rücken- und Nackenprobleme sowie Durchblutungsstörungen. Sinnvoll ist es in jedem Fall aber, in ein seriöses Yoga-Studio mit kompetenten Yoga-Lehrern zu investieren, die Neulinge nach und nach in die Kunst dieser alten indischen Philosophie einführen.

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