Wir wissen es alle: Bei Wespenalarm darf man keinesfalls nach den Tieren schlagen, denn das macht sie erst richtig aggressiv. Doch vor allem, wenn man im August und September unter freiem Himmel Kuchen, Eis und süße Getränke genießt, bleibt es meist nicht aus, dass auch Wespen angelockt werden und man hin und wieder schmerzhafte Stiche davon trägt. Was aber hilft gegen Wespenstiche?

Das Kennzeichen eines Wespenstichs ist zunächst ein stechender Schmerz. Sofort danach rötet sich die entsprechende Stelle und schwillt an. Drücken Sie dann zunächst das Gift aus der Wunde mit den Fingern heraus oder verwenden Sie einen Saugstempel aus der Apotheke. Mit dem Mund aussaugen sollten Sie das Gift aber keinesfalls, weil es sich sonst im gesamten Körper verbreitet. Nach dem Herausdrücken des Giftes haben sich Zwiebeln als erste Hilfe bewährt: einfach eine Hälfte auf den Stich drücken und den frischen Saft sanft einreiben. Die antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften des Zwiebelsafts sorgen dafür, dass die Wunde abschwillt und desinfiziert wird. Einen ähnlichen Effekt hat es, wenn Sie den Saft einer frischen Zitrone einreiben. Ansonsten hat sich auch Spitzwegerichsaft bewährt, der die betroffene Stelle schnell wieder zum Abschwellen bringt.

Wenn Sie sofort kühlende Mittel auf den Stich legen, sorgt dies außerdem für eine Linderung der unangenehmen Symptome. Kalte Essigumschläge, Kühlpads, Eiswürfel oder kühlende Gels stellen eine einfache, aber wirksame Erste Hilfe-Maßnahme dar. Bewahren Sie Ruhe und behandeln Sie den Stich sofort, damit nicht noch weitere Wespen angelockt werden. Denn beim Stechen sondern Wespen Duftmarken ab, die Sie als Feindesterritorium kennzeichnen, so dass Sie das Opfer weiterer Attacken werden könnten.

Günstig ist es auch, eine Ablenkung für die Insekten anzubringen, wenn Sie im Sommer im Freien essen. Wenn Sie etwa 50 Meter weiter weg frische Trauben oder eine Scheibe Kochschinken platzieren, werden Sie vermutlich nicht von Wespen bedrängt werden.

Wann droht Gefahr?

Problematisch ist es, wenn sich der Stich direkt am Auge befindet. Hier ist sofortige Kühlung wichtig und außerdem ist es in diesem Fall angebracht, einen Notarzt oder eine Ambulanz aufsuchen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Mund, Schleimhäute oder Hals von einem Stich betroffen sind, weil durch die Schwellung Erstickungsgefahr droht.

Als Faustregel lässt sich ansonsten sagen: Wenn nach etwa 15 Minuten nach dem Stich keine Symptome wie Atemnot, Schweißausbrüche, tränende Augen, Herzrasen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Zittern auftreten, droht keine Gefahr, da vermutlich keine Allergie vorliegt. Dennoch sollten Sie den Wespenstich danach noch einige Zeit beobachten.

Falls Sie oder Ihr Kind Allergiker sind und oben genannte Symptome sich bemerkbar machen, sollten Sie stets ein Gegenmittel griffbereit haben oder einen Notarzt aufsuchen. Hilfreiche Mittel sind dabei eine Adrenalin-Spritze, ein Kortison-Präparat oder ein Antihistaminikum. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Arzt, wie Sie genau vorgehen sollten, wenn Sie als Allergiker gestochen werden.

Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Vorurteilen ist der Stich einer Hornisse nicht gefährlicher als der einer Biene oder Wespe – es sei denn, es liegt eine Allergie vor. Allerdings ist der Stich wesentlich schmerzhafter. Dies liegt an der Größe des Insekts und der Art des Gifts, das Hornissen absondern. Die alte Regel, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd und drei Stiche einen Menschen töten können, ist aber ganz sicher nur ein Märchen.

Wespenstiche und Kinder

Vor allem die lieben Kleinen sollte man vor Wespenstichen schützen. Kindern sollte man dabei ebenfalls frühzeitig beibringen, nicht dem ersten Impuls zu folgen und nach den Insekten zu schlagen, da diese dadurch noch aggressiver werden.

Außerdem sollte der Nachwuchs darauf hingewiesen werden, den Mund geschlossen zu halten, wenn es Wespenalarm gibt. Sehr kleinen Kindern sollte man den Mund nach dem Essen mit einem Feuchttuch abwischen, um keine Insekten anzulocken. Auch ist es ratsam, immer wieder nachzuschauen, ob nicht ein Insekt ins Glas gefallen ist, wobei es insgesamt besser ist, Strohhalme zu benutzen. Eine Wespe kann andernfalls schnell in den Mund gelangen oder sogar verschluckt werden.

Kommt eine Wespe in die Nähe eines Kleinkindes oder Babys, schieben Sie das Insekt am besten sanft mit der Hand weg. Läuft man in Zickzack-Bewegungen von der Wespe weg, verliert sie die Orientierung und folgt Ihnen und Ihrem Kind nicht. Auch Babys verkraften Wespenstiche aber ansonsten in der Regel gut, falls sie nicht allergisch sind oder der Mund- und Rachenraum betroffen sind.

Jedoch sind insbesondere Hornissenstiche für Kinder sehr schmerzhaft. Sorgen Sie deswegen für sofortige Kühlung und andere bewährte Erste Hilfe-Maßnahmen und bewahren Sie ansonsten Ruhe. Außer im Falle einer Allergie klingt auch der Schmerz durch einen Hornissenstich sehr schnell wieder ab.

Therapie bei Allergien gegen Wespengift

Im Ernstfall kann bei Allergikern ein anaphylaktischer Schock als Reaktion auf das Wespengift auftreten und dann droht tatsächlich Lebensgefahr.

Beim anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine allergische Extremreaktion des Körpers, die zu Atemstillstand und Kreislaufversagen führen kann. Im schlimmsten Fall kann eine Wespenattacke dann tödlich ausgehen, wenn Betroffene nicht sofort medizinisch behandelt werden. Das Tückische ist dabei, dass Allergien häufig nicht bekannt sind und Betroffene deswegen im Notfall kein Gegenmittel griffbereit haben. Deswegen sollten Sie auch kleinste Anzeichen einer allergischen Reaktion ernst nehmen und zeitnah einen Allergietest durchführen lassen. Häufig verläuft der Erstkontakt mit einem Allergen wie Wespengift unspektakulär, während ein anaphylaktischer Schock erst bei einem zweiten Kontakt eintritt. Haben Sie den Verdacht, dass eine Anaphylaxie vorliegt, dann verständigen Sie umgehend einen Notarzt.

Falls Ihnen bekannt ist, dass Sie oder Ihr Kind eine Allergie gegen Wespengift haben, ist es angebracht, rechtzeitig über eine sogenannte Hyposensibilisierung nachzudenken. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Immuntherapie, die durch gezielte Desensibilisierung dafür sorgt, dass die allergischen Symptome bei einem Stich deutlich schwächer ausfallen oder ganz ausbleiben. Im Rahmen einer Allergieimpfung wird schrittweise immer wieder eine kleine Dosis Wespengift verabreicht, so dass der Körper sich langsam daran gewöhnt. Nach etwa drei Jahren Therapie tritt bei fast allen Betroffenen eine Heilung ein. Eine solche Hyposensibilisierung ist vor allem deswegen ratsam, weil eine Wespenattacke nie ganz ausgeschlossen werden kann. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Artikel

Fructoseintoleranz – Ein meist unerkanntes Leiden

Fructoseintoleranz – Ein meist unerkanntes Leiden

Intoleranz gegenüber Fruchtzucker und was man dagegen tun kann.

Mandeln und Herzgesundheit

Mandeln und Herzgesundheit

Mandeln schmecken, machen satt, sind cholesterinfrei, reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen. Der perfekte Snack.