Bei einer ernstzunehmenden Erkrankung sollte man am besten gar nicht erst zur Arbeit gehen, auch wenn man es gut meint. Schließlich ist das Risiko groß, dass man seine Kollegen und Kolleginnen ansteckt. Das muss nicht sein. Daher geht man zum Arzt und lässt sich krankschreiben. Doch was ist, wenn man es nicht rechtzeitig zum Arzt schafft? Das kann immer wieder passieren, wenn man zum Beispiel zu schwach war oder es einfach versäumt hat. Dann stellt sich die Frage, ob man sich rückwirkend krankschreiben lassen kann.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am vierten Tag vorlegen

Als Arbeitnehmer haben Sie im Krankheitsfall zwei Pflichten. Zum einen müssen Sie Ihrem Arbeitgeber so schnell wie möglich mitteilen, dass Sie krank sind und zum anderen müssen Sie Ihrem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, die Sie von Ihrem Arzt bekommen haben.

Damit es nicht zu einem Streit mit dem Arbeitgeber kommt, sollten Sie das Attest nicht später als am vierten Tag Ihrem Arbeitgeber vorlegen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass dies auch im Arbeitsvertrag so vorgesehen ist.

Vergessen Sie nicht, dass eine Ausfertigung der Krankmeldung auch an die Krankenkasse geschickt werden muss. Voraussetzung ist, dass Sie die Diagnose im Rahmen einer persönlichen Untersuchung bekommen haben. Dazu müssen Sie den Arzt auch besucht haben. Eine telefonische Diagnose ist nicht ausreichend, um eine Krankmeldung festzustellen. Hier stellt sich also die Frage, ob Sie sich rückwirkend krankschreiben lassen können.

Rückwirkend krankschreiben lassen: Geht das?

Mit dieser Frage beschäftigt sich § 5 Abs. 3 der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien. Demnach kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für gewöhnlich nicht zurückdatiert werden. Eine Ausnahme besteht aber. Der Arzt muss diesen Fall genau überprüfen. Die Regel besagt, dass eine Rückdatierung nur bis zu zwei Tage möglich ist. In diesem Fall sollte man dies auch mit dem Arzt absprechen, und die Situation darstellen. Damit Sie nicht einen Streit mit Ihrem Arbeitgeber bekommen, sollten Sie diesen natürlich auf dem Laufenden halten. Zumindest sollte der Arbeitgeber wissen wie lange Sie krankgeschrieben sind. Sollten Sie dennoch Probleme mit Ihrem Vorgesetzen bekommen, dann kann ein Berufs-Rechtsschutz helfen.

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