In der Regel ist die Mitgliedschaft in einem Sportstudio an eine feste Laufzeit gebunden. Doch was ist, wenn man schwanger ist? Kann man den Fitnessstudio-Vertrag einfach so kündigen? Eine Schwangerschaft oder auch ein Umzug sind wohl die häufigsten Gründe, warum ein fester Vertrag in einem Verein oder Fitnessstudio schnell wieder gekündigt werden soll.

Wichtiger Grund, um einen Fitnessstudio-Vertrag vorzeitig zu kündigen

Möchten Sie einen Fitnessstudio-Vertrag vorzeitig kündigen, so brauchen Sie dazu auch einen richtigen Grund. So ist es zumindest im § 626 Abs. 1 BGB vorgeschrieben. Die Erfahrung zeigt, dass es oft sehr schwierig ist aus einem Fitnessstudio-Vertrag wieder rauszukommen. Eine außerordentliche oder fristlose Kündigung erscheinen in diesem Fall als wirkungslos. Und selbst eine Schwangerschaft stellt noch lange keinen wichtigen Grund dar, um den Vertrag fristlos zu kündigen. Auch eine Risikoschwangerschaft ist kein Grund, um aus dem Vertrag herauszukommen. Dies ist auch nicht der Fall, wenn die Möglichkeit bestand, zuvor in Anbetracht einer möglichen Schwangerschaft eine kürzere Vertragslaufzeit zu vereinbaren oder den Vertrag ruhen zu lassen. So entschied es das Amtsgericht Hannover im Jahr 2009 (568 C 15608/08). In der Rechtsprechung gibt es allerdings auch einige Streitfälle, in denen Gerichte zugunsten eines außerordentlichen Kündigungsrechts für Schwangere urteilten. Dies kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

Fitnessstudio-Vertrag auf Sonderkündigungsrecht prüfen

Es gibt keine allgemeingültige Regelung, die im Falle einer Schwangerschaft ein Sonderkündigungsrecht einräumt. Allerdings sollten die Betroffenen auf jeden Fall ihren Vertrag überprüfen, am besten noch, bevor dieser unterschrieben wird. Unter Umständen kann in einem Vertrag eine Klausel aufgenommen werden, wo es bei Vorliegen einer Schwangerschaft zur Auflösung des Vertrages kommen kann. Und auch, wenn es im Vorfeld kein Sonderkündigungsrecht gibt, so kann man dennoch noch rechtzeitig aus dem Vertrag rauskommen. Dazu sollte man die Gründe aufführen und versuchen mit dem Verein oder Club zu einer Einigung zu kommen. Viele Fitnessstudios wollen keinen Streit und suchen nach einer gemeinsamen Lösung. Beispielsweise kann auch eine Pause des Vertrages eine Lösung darstellen, die für beide Seiten interessant ist. In dieser Zeit müssen Sie natürlich keine Gebühren zahlen. Jedoch verlängert sich die Vertragslaufzeit um die nach hinten ausgesetzten Monate. Sollte es dennoch nicht zu einer Einigung kommen, sollten Sie Hilfe von einem Anwalt holen.

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