Es ist das Organ der Rekorde und dennoch wird es immer noch häufig unterschätzt: „Ist der Darm gesund, sind wir es auch“ stellt keine Floskel dar, sondern ist mit viel Wahrheit behaftet. Bis zu acht Meter lang und mit einer Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmetern groß, erfüllt der Darm unterschiedliche Funktionen in unserem Organismus. Wir geben dir wichtige Tipps rund um die Darmgesundheit.

Gesunder Darm: So funktioniert unsere Verdauung

Wenn wir Nahrung oder Flüssigkeit zu uns nehmen, setzen wir unsere Verdauung in Gang. Die Schritte der Verdauung beginnen schon mit dem Zerkleinern der Speisen im Mund. Wir nehmen so nicht nur den Geschmack besser wahr, sondern der Kauprozess regt die Speichelbildung und die Produktion unseres Magensaftsekrets an. Der Speisebrei gelangt dann über unseren Mund in die Speiseröhre und von da in den Magen.

Darmgesundheit beginnt bei der Nahrungsaufnahme

Der Magen ist eine Art Auffangbehälter: Die Zusammensetzung unserer Mahlzeit entscheidet darüber, wie lange der Speisebrei im Magen bleibt. Essen wir viele Kohlenhydrate, verlässt der Speisebrei schon nach etwa 30 bis 60 Minuten unseren Magen. Ernähren wir uns eiweiß- und fetthaltig, bleibt die Mahlzeit bis zu fünf Stunden im Magen. Der Speisebrei wird aber immer mit Magensaft und Enzymen vermischt, die für die Zersetzung des Breis zuständig sind. Kleine Portionen werden so stetig weiter in den Darm abgegeben.

Über 100 Milliarden Nervenzellen sind in unserem Darm

Mit seinen langen Falten bildet die Darmschleimhaut eine Fläche, die fast so groß ist wie ein halbes Fußballfeld. Diese Fläche bildet die Grundlage dafür, dass Nährstoffe aufgenommen werden können. Mehr als 100 Milliarden Nervenzellen befinden sich in unseren Darm und sind eng mit dem Hirn verknüpft. Funktioniert der Darm nicht, fühlen wir uns krank: Wir haben Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe. Wir leiden an Durchfall oder Verstopfungen. Uns ist einfach elend.

Darmbakterien steuern unser Immunsystem

Gleichzeitig sind die Darmbakterien aber auch für unsere physische Gesundheit verantwortlich. Darmbakterien helfen schwere Krankheiten vorzubeugen. Sie sorgen dafür, dass wir länger und gesünder leben. Eine intakte Darmflora wirkt sich auf unseren Alterungsprozess aus. Sie macht uns leistungsfähiger und fitter. Deswegen sollten wir unsere Darmgesundheit fördern. Schon wenige Dinge helfen, unseren Verdauungstrakt gesund zu halten.

Darmgesunde Ernährung – diese Lebensmittel sind darmfreundlich

Ballaststoffe helfen, Darmbakterien aufzubauen und steigern ihre Aktivität. Deswegen empfehlen Experten, sich ballaststoffreich zu ernähren. Dafür kannst du zum Beispiel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen in deine Mahlzeiten einbauen. Aber Vorsicht: Der Körper muss sich erst an Ballaststoffe gewöhnen. Wenn du plötzlich deine Ernährung umstellst, können Blähungen oder Verdauungsprobleme auftreten. Auch Obst und Gemüse sind gut für uns. Besonders empfehlenswert sind Äpfel, Bananen, Spargel, Pastinaken, Zwiebeln und Lauch. Darüber hinaus solltest du öfters zu Speisen mit Omega-3-Fettsäuren greifen. Diese sind zum Beispiel in Leinöl, Olivenöl und Chiasamen enthalten.

Darmgesundheit fördern: Welcher Tee ist gut für den Darm?

Generell gilt: Unser Körper braucht Flüssigkeit, um den Darm in Schwung zu bringen. Gut für unsere Darmgesundheit sind ungesüßte Tees und Wasser. Einigen Tees wird dabei sogar eine sanfte Wirkung bei verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden nachgewiesen. Anis-Fenchel-Kümmel-Tee soll beispielsweise gegen Blähungen helfen. Eichenrinden-Tee springt bei Durchfall ein. Abstand nehmen solltest du dagegen von süßen Erfrischungsgetränken wie Eistee, Cola und Limo. Auch Alkohol verlangsamt unsere Verdauung.

Darmsanierung selber machen

Ist die Darmflora durch Antibiotika oder jahrelange falsche Ernährung erst einmal zerstört, müssen wir zu härteren Mitteln greifen, um unseren Darm wieder in Schwung zu bringen. Wenn du unter Blähungen, Bauchweh, Verstopfung oder sogar einem Reizdarm leidest, kann eine Darmsanierung helfen. Durch die Darmreinigung setzt du deinen Darm wie durch einen "Reset"-Button zurück. Du gibst ihm dadurch die Möglichkeit, den Wiederaufbau der Darmflora zu beginnen.

Darmsanierung: So funktioniert es

Eine Darmsanierung besteht aus zwei unterschiedlichen Phasen:

  1. Führe zuerst eine Darmentleerung und eine Entgiftung durch.
  2. Beginne anschließend mit dem Wiederaufbau der Bakterienkultur.

Deine Darmreinigung kann "von oben" oder "von unten" durchgeführt werden. Entweder man macht einen Einlauf und führt mit Hilfe eines Irrigators oder Klistiers Flüssigkeit in den After ein. Oder aber man initiiert die Darmreinigung durch die Einnahme von in Wasser gelöstem Glaubersalz oder Bittersalz. Diese wirken als natürliche Abführmittel.

Ist der Darm einmal gereinigt, wird der Wiederaufbau der Darmflora, also des Darm-Mikrobioms, notwendig. Hier können mikrobiologische Präparate helfen. Diese findest du in Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch in probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt oder milchsauer vergorenen Lebensmitteln wie Sauerkraut. Nach der Darmreinigung solltest du dich an alle Regeln der gesunden Ernährung halten. Am besten besprichst du dich mit deinem Hausarzt oder einem Gastroenterologen, ob eine Darmsanierung in deinem Fall sinnvoll ist und wie genau du vorgehen sollst.

Gib dem Darm die Pflege, die er braucht

Grundsätzlich gilt: Nimm dir Zeit für deine Ernährung. Übernehme Verantwortung bei dem, was du dir kochst und was du zu dir nimmst. Nimm dir Zeit, um in Ruhe zu essen und achte darauf, dass du genug trinkst. Unser Darm steuert unseren gesamten Organismus. Geht es ihm gut, geht es dir gut!