Eine sehr gute Frage ist, ob der Samstag überhaupt ein Werktag ist. Denn manchmal passiert es, dass wir plötzlich samstags auch arbeiten müssen. Grundsätzlich sind die Tage Montag bis Freitag Werktage. Der Sonntag ist natürlich für jeden frei. Und doch herrscht oft Unsicherheit was den Samstag angeht. Interessant wird diese Frage auch im Hinblick auf Verkehrsschilder und weitere Bestimmungen, die nur „werktags“ gelten.

Werktag oder Arbeitstag?

Laut § 3 des Bundesurlaubsgesetzes (BurlG) gelten alle Kalendertage, die keine Sonntage oder gesetzliche Feiertage sind, als Werktage. Dazu gehört auch der Samstag. Das Arbeiten ist an einem Werktag daher auch gesetzlich zulässig, ohne das Einschränkungen gelten. Ein Arbeitstag ist, wenn man tatsächlich arbeiten geht. Arbeitet man im Einzelhandel, so kann der Samstag als normaler Werktag und Arbeitstag gelten, während für viele andere Arbeitnehmer nur Montag bis Freitag Arbeitstage darstellen. Insofern zählen diese Personen den Samstag nicht zu einem normalen Werktag, was negative Folgen bewirken kann.

Konsequenzen im Straßenverkehr

Oft kann die Frage auftreten, ob Parkverbote oder erlaubte Höchstgeschwindigkeiten, welche laut Verkehrsschild nur „werktags“ zu bestimmten Uhrzeiten gelten, auch am Samstag befolgt werden sollen. In der Regel ist dies auch der Fall. Die Rechtsprechung hat in der Vergangenheit in diesen Fällen wiederholt auf das Bundesurlaubsgesetz verwiesen und klargestellt, dass der Samstag als ein Werktag angesehen wird. So hat zum Beispiel das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil (AZ 2 Ss OWi 127/01) die Beschwerde eines Autofahrers nicht anerkannt: Er war an einem Samstag auf einem Straßenabschnitt geblitzt worden, auf dem laut Verkehrsschild „werktags“ eine Geschwindigkeitsbegrenzung galt.

Wann ist der Samstag kein Werktag?

Wenn es um das Mietrecht geht, dann gilt hier eine Besonderheit. Die Miete muss laut dem Mietvertrag spätestens am dritten Werktag eines Monats auf dem Konto des Vermieters eingehen. Der Samstag zählt hier aber nicht. So hat dies der Bundesgerichtshof (BHG) entschieden (AZ VIII ZR 291/09). Als Grund nannte der BGH, dass auch in den Banken, welche in der Regel die Überweisung der Miete tätigen, üblicherweise nur von Montag bis Freitag gearbeitet wird. Geht es in einer Mietsache allerdings um die Berechnung der Kündigungsfrist, so zählt der Samstag wieder als Werktag.

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