Angie Kerber erwartet einen Aufschlag in einer alten Lagerhalle

Alles im Griff

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Alles im Griff

Wie fast jeder Tennisspieler hat auch Angelique Kerber eine besondere Beziehung zu ihren Schlägern. Sie erzählt uns, was dieses Verhältnis ausmacht und worauf es ankommt.

An ihren ersten Schläger kann sie sich noch erinnern. Orange war der, sie bekam ihn zu Weihnachten, mit vier oder fünf Jahren. So genau weiß das Angelique Kerber nicht mehr. Sie sitzt in der Tennishalle im Taunus. Im Hintergrund liegen drei Indoor-Plätze, die Halle hat eine hohe, spitze Decke, die Sonne scheint am Ende der Halle herein. Die Augen von Angelique Kerber leuchten, als sie von ihrem ersten Schläger erzählt. Sie weiß noch genau, dass sie ihn nicht mehr aus der Hand nahm und alles Mögliche damit in die Luft schlug: Bälle, Softbälle und auch Luftballons.

Erst der Schläger macht den Sport einzigartig

Heute besitzt sie noch alle ihre ehemaligen Tennisschläger und beschreibt immer noch eine „besondere Connection“ zu ihnen. Jeder Schläger habe eine eigene Geschichte. Auf ihrem aktuellen Modell zieren kleine Symbole die großen Erfolge ihrer Tenniskarriere: Das Känguru steht für die Australian Open, Big Ben für Wimbledon und die Freiheitsstatue für die US Open. Drei Grand-Slam-Titel, die sie zwischenzeitlich zur Nummer 1 der Welt machten.

Tennis ist eigentlich ein einfacher Sport. Zwei oder vier Spieler, ein Netz, ein paar Linien auf dem Boden, ein kleiner gelber Ball. Erst der Tennisschläger macht den Sport so einzigartig. Kein Wunder also, dass die Spieler immer schon eine besondere Beziehung zu ihm hatten. Angelique Kerber nennt den Schläger die „Verlängerung der Hand“. Mal quälen die Spieler die Bespannung, indem sie die Saiten zwischen den Ballwechseln zerrupfen und zerdrücken – aus purer Nervosität. Oder der Schläger wird Leidtragender ihrer Wut über das eigene Versagen. Und dann zertrümmern sie ihn, so wie neulich Alexander Zverev.



Ein Schläger ein Allrounder

Angelique Kerber ist da anders. Die 34-Jährige geht sorgsam mit den Schlägern um. Sie beschäftigt sich auch intensiv mit dem Material. Ihr Modell Yonex VCore SV 100 aus Karbon hat eine Länge von 68,5 Zentimetern und wiegt 300 Gramm. Die Kopfform ist weniger oval als bei anderen Schlägern, dadurch liegt der Schwerpunkt höher und er verfügt über mehr Spin-Potenzial. Ein Allrounder für Männer wie für Frauen, der perfekt passt zur Spielweise von Angelique Kerber. Schließlich ist sie nicht durch einen speziellen Schlag erfolgreich geworden, sondern durch ihre insgesamt komplette, aber dynamische Spielweise.

Sechs Schläger hat sie immer dabei, legt jeden Schläger einzeln so in die Tasche, dass sie weiß, welcher Schläger wo liegt. Sie wickelt auch jedes Griffband selbst darauf. Sie hat auch eine enge Beziehung zu ihrem langjährigen Ausrüster Yonex und besuchte bereits die Produktion in Japan. Yonex produziert in einer eigenen Manufaktur in Niigata. Angelique Kerber begleitete dort auch das Design und die Produktentwicklung und fand es „sehr inspirierend“, wie viel Herzblut in jeden einzelnen Schläger gesteckt wird.

Das Design des rot-schwarzen Schlägers ist auch auf Angelique Kerber abgestimmt, aber der entscheidende Moment ist ein anderer: Wenn die Spielerin das erste Mal den Schläger in die Hand nimmt. „Ich glaube, das Wichtigste ist dann das Gefühl.“ Ein neuer Schläger bedeutet zugleich aber auch, Abschied zu nehmen. Es stellt sich sogar so etwas wie Wehmut ein. Angelique Kerber lacht, es sei fast wie bei einer Trennung, als würde eine Beziehung enden. Dennoch freut sie sich, weil jedes Modell noch mal ein, zwei Prozent herausholen kann. Angelique Kerber sagt, sie spüre sofort, ob ein Schläger perfekt sei oder nicht. Dieses Vertrauen brauche sie. Angelique Kerber sagt: „Ohne das kann man nicht auf dem Niveau spielen.“

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