Seit 2008 galt im Hinblick auf das Mindest-Pensionsalter bei der steuerlichen Bewertung von Versorgungszusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) eine Staffelung nach dem Geburtsjahrgang. Für Geburtsjahrgänge bis 1952 lag das maßgebliche Mindestendalter bei 65, für Jahrgänge von 1953 bis 1961 bei Endalter 66, für Jahrgänge ab 1962 bei Endalter 67. Für schwerbehinderte Menschen änderte sich das maßgebliche Pensionsalter von 60 auf 62. Maßgeblich für die Abkehr von davor gültigen Regelungen war die am 28.11.2008 beschlossene Einkommensteuer-Änderungsrichtlinie 2008 (EStÄR 2008).

Das BMF hat sich nun in einem Schreiben vom 09.12.2016 neu positioniert. Laut der Behörde kommt es für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen zukünftig nur noch auf das schriftlich in der Versorgungszusage vereinbarte Pensionsalter an. Die in Absatz 1 beschriebenen Regelungen seien nicht weiter anzuwenden. Innerhalb einer Übergangsfrist bis zum Ende des Wirtschaftsjahres, welches nach dem 09.12.2016 beginnt, können Unternehmen einmalig wählen:

  • Es wird weiterhin das höhere Mindest-Pensionsalter (vgl. Absatz 1) berücksichtigt. Vorausgesetzt ist, dass dieses Alter bei den bisherigen Bewertungen berücksichtigt wurde und dass mit einer Beschäftigungszeit bis zu diesem Alter zu rechnen ist.
  • Es wird zukünftig das in der Versorgungszusage schriftlich vereinbarte Mindest-Pensionsalter berücksichtigt.

Falls keine schriftliche Anpassung der Versorgungszusage vorgenommen wird, dennoch aber auf Basis eines anderen Pensionsalters bewertet wird, müssen nach Ablauf der Übergangsfrist Rückstellungen gewinnerhöhend aufgelöst werden.

Das BMF-Schreiben bezieht auch Stellung zu möglichen Auswirkungen eines zu niedrigen Mindest-Pensionsalters. Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sind dann vollständig oder teilweise als verdeckte Gewinnausschüttung zu behandeln, da eine Veranlassung aus dem Gesellschaftsverhältnis anzunehmen ist.

Folgende Mindestpensionsalter werden seitens des BMF akzeptiert:

GGF ohne beherrschende Stellung und Zusage vor dem 09.12.2016Endalter 60
GGF ohne beherrschende Stellung und Zusage ab dem 09.12.2016Endalter 62
GGF mit beherrschender Stellung und Zusage vor dem 09.12.2016Endalter 65
GGF mit beherrschender Stellung und Zusage ab dem 09.12.2016Endalter 67

In jedem Fall ist bei Änderungen der Versorgungszusage zur steuerlichen Anerkennung die Schriftform zu wahren.